Literanauten-Projekt: Kleineschwestersuppe

Seit März 2014 arbeiten wir – SchülerInnen des Leseclubs des Clavius-Gymnasiums und hörgeschädigte SchülerInnen der Von-Lerchenfeld-Schule - intensiv an einem Literanauten-Projekt. Ziel des Projekts ist es, eine „Seh-und Hör-DVD“ zu erstellen, die die Kurzgeschichte „Kleine-schwestersuppe“ von dem Autoren Finn-Ole Heinrich für alle Menschen zugänglich macht. Im Rahmen dieses Projektes entstehen mehrere Fassungen der Kurzgeschichte in schriftlicher Form (die Originalgeschichte und eine gekürzte und vereinfachte Fassung in leichter Sprache), mehrere gebärdensprachliche Interpretationen (von hörgeschädigten Schülerinnen unterschiedlichen Alters) und von gehörlosen Erwachsenen und verschiedene Hörbuchfassungen.

Nun aber der Reihe nach:

Die Abiturientin Nefeli Kavouras vom Leseclub des Clavius-Gymnasiums knüpft Kontakt mit dem Autoren Finn-Ole-Heinrich. Sie bekommt von ihm die Kurzgeschichte „Kleineschwestersuppe“ zur freien Verfügung geschenkt. Klasse – und gar nicht selbstverständlich!

Der Leiter des Leseclubs Marc Hupfer nimmt Kontakt auf mit der Leiterin der AG-Schulfilm Evelyn Ueding. Beide vereinbaren, dass der Originaltext gekürzt und vereinfacht werden muss für die Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache durch die Schüler.

Nefeli schreibt die Geschichte um. Gelungen!

Der Leseclub des Clavius-Gymnasiums besucht die Von-Lerchenfeld-Schule. 26 Schülerinnen unterschiedlicher Gebärden- und Lautsprachkenntnisse und verschiedenen Alters stoßen erstmalig aufeinander. Gemeinsam futtern wir Muffins (gespendet von einer Schülerin der Clavius) und beschnuppern uns.

Herr Hupfer stellt das Projekt vor, Frau Ueding übersetzt in Gebärdensprache. Nefeli stellt die gekürzte Geschichte allen vor. Dann tauschen wir uns aus und die Schülerinnen der Clavius lernen das Fingeralphabet von den Schülerinnen der Von-Lerchenfeld-Schule (VLS). Jeder Schüler der VLS, der gebärden kann, kann nun überlegen, ob er bei dem Projekt mitmachen möchte oder nicht

Unsere gehörlose Schulbegleiterin Frau Barthelmann ist auch Dozentin für Deutsche Gebärdensprache. Sie übersetzt eine Erstfassung in DGS. Diese Erstfassung wird auf Video aufgenommen. Nefeli fotografiert und filmt mit. Nefeli spricht den entsprechenden Text ein. Sebastian Knippert von der VLS komponiert ein Musikstück mit seiner Garagenband. Frau Ueding schnippelt alles im Computer zusammen und schreibt die Untertitel. Es entsteht ein erstes Video.

Stefanie Oder und Lisa Tresch (gehörlose Abschlussschülerinnen der VLS) setzen sich mit dem Text und der DGS-Fassung von Nina Barthelmann auseinander. Sie entwickeln eine eigene Interpretation und gebärden diese in die Kamera.

Nefeli dokumentiert diesen Prozess.


Die Schülerinnen des Leseclubs besuchen am Nachmittag wieder die VLS und treffen auf die Schülerinnen, die Interesse an dem Projekt haben. Das erste Video wird allen gezeigt. Heiterkeit auf ganzer Linie – tolle Stimmung! Der Leseclub wagt sich – unter der Leitung von Nefeli – an die Synchronisation des Schülervideos heran.

Die Schülerinnen der VLS (einige haben vorher schon geübt) üben nun mit Lisa. Jeder gebärdet einen Teil der Kurzgeschichte in die Kamera.

(Danke an Sabine Kiehl aus der Tagesstätte, die uns tatkräftig unterstützt hat.)

Die muttersprachlich gehörlose Tanja Bierschneider (Sozialpädagogin, Gebärdensprachdozentin) beginnt, die Originalfassung der Geschichte mit leichten Veränderungen in DGS zu übersetzen.


Wie geht es weiter?

  • Der Leseclub spricht die Tonaufnahmen ein. Die Schülerinterpretation wird fertiggestellt.

FERTIG!

  • Tanja gebärdet die Originalgeschichte zu Ende. Nefeli spricht die Geschichte dazu ein. Das Video wird fertig geschnitten.

FERTIG!

  • Die Schülerfima S.o.f.a der VLS schneidet das Making of und kümmert sich um die Erstellung einer Komplett-DVD.

FERTIG!

Text von: Stefanie Oder, Lisa Tresch, Evelyn Ueding

Fotos von: Marc Hupfer, Nefteli Kavouras, Brian Nowak, Stefanie Oder, Lisa Tresch , Evelyn Ueding